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Age Uke 上げ受けあげうけ - aufsteigender Block

von Frank Kallensee

age_uke kopie.jpgSo schnell, wie dieser Film abstinkt, ist keine Nase gerümpft. Denn die Nüstern, die Ben Whishaw 147 Minuten über Jungmädchennacken bläht, machen das PERFUME (2006), das er als Jean-Baptiste Grenouille aus deren toten Häuten destilliert, weder riech- noch (er)tragbar. In Patrick Süskinds Romanvorlage „sieht" dieser Mengele der Düfte mit der Nase. In der Kinoadaption, die Tom Tykwer als artiger Vollstrecker des Produzenten Bernd Eichinger abliefert, sehen wir nur eine Nase. Eine, die sich vorzugsweise bei Mond- oder Kerzenschein durch Paris und Grasse schnüffelt, um das ultimative Olfaktorium zu extrahieren. Das grauenhaft Pathologische der Sinnes- und Gefühlswelt dieses Leichenfledderers wird von Backgroundchören konsequent weggesungen, die Perversion in athletischen Kamerakreisfahrten und Reißschwenks aufgelöst. Gegen diesen Angriff auf unsere Geruchs- respektive Sehnerven hilft nur Age Uke. Mit diesem „aufsteigenden Block" wehrt der Karatekämpfer Kopfschläge ab: Der blockende Arm bewegt sich über die Körpermitte senkrecht nach oben. Knapp über Stirnhöhe wird die Handfläche der blockenden Faust nach vorn oben gedreht. Kein Durchkommen mehr für Fuß und Faust oder wie in diesem Fall - für Tom Tykwer. Und die Nase bleibt frei.