| 10 Jahre, Filme und Sekunden |
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| von Christian Westheide | |
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8 Smoke (1998)
Paul Auster, Drehbuchautor von SMOKE, schreibt auch in seinen Romanen gern über den Zufall und die eigenartige Erkenntnis, dass alles mit allem zusammenhängt. Die Fotos in Auggies Alben sind Ausschnitte einer ganzen Welt. Im Grunde ist SMOKE ein Episodenfilm, denn die Geschichten berühren sich, beeinflussen sich unmerklich und doch hat jede ihre eigenen Kern und Rahmen. Vater und Sohn Geschichten sind das meist - oder die Suche nach einem Neuanfang. Alles scheint normal zu laufen, und dann begegnet eine Figur jemandem und die Geschichte kommt in Gang, in deren Verlauf sich das ganze Leben verändert. Lügen, Familiengeheimnisse, verdrängte Episoden, Verletzungen - alles wird nach oben gespült; ein Katharsis im wahrsten Sinne. Mit diesem Film wuchs bei mir das Verständnis des Lebens als eine Geschichte, deren Zusammenhang wir uns immer wieder selbst schaffen, und in der ganz amerikanisch wirklich alles möglich ist, wenn man denn die Augen öffnet.
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Auch
hier kommt die zenn-Sekunden Szene ziemlich am Anfang: Auggie (Harvey Keitel) und
Paul (William Hurt) sitzen dem Filmtitel folgend quarzend in der Küche und
schauen Fotoalben durch. Auggie hat über Jahrzehnte jeden Tag zur gleichen
Uhrzeit vom gleichen Ort ein Foto gemacht. Eine wunderbare künstlerische Idee,
um die Variation des immer Gleichen, die das Leben nun mal ist, auszudrücken.
Man muss genau hinschauen, um die Schönheit zu sehen - es kommt auf die Details
an. Fotografie und Film bedeuten ja, der Vergänglichkeit bei der Arbeit
zuzuschauen. Indem der Fotograf Momente festhält, werden diese zum Beleg, dass
sie vergangen sind. Auch fotografierte Menschen, wie Pauls verstorbene Frau,
deren Entdecken auf einem der Fotos ihn wie ein Schlag trifft.