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2 BARTON
FINK (1991)
Barton
Fink, gefeierter Theaterautor aus New York mit einem total bemühten
sozialkritischen Stück, ist eine typisch zermarterte Künstlerseele. Er nimmt
den Lockruf Hollywoods an, um ein Drehbuch zu schreiben und checkt in ein
kafkaeskes Hotel in L.A. ein. Dort wird er Ereignissen und Menschen begegnen,
die seine Pläne, sein Schreiben und auch sein Leben auf den Kopf stellen. Die
sich von der Wand lösenden Tapeten, der geisteskranke Nachbar im Nebenzimmer,
der wundervolle Moment, wenn Fink schreiend seine Freude über das fertig
gestellte Buch hinausschreit - erinnerungswürdig. Die Essenz des Films besteht
aber in einem einzigen Ton: Nämlich wenn Fink bei seiner Ankunft in dem
eigenartigen Hotel an der verwaisten Rezeption die Klingel schlägt. Sie ertönt
und hallt für Sekunden, bis sich irgendwann, irgendwo im Hintergrund etwas
bewegt. Barton Fink steht währenddessen ungelenk und verloren herum. Wartet.
Guckt. Wird unsicher. Dieses Dauerklingen ist die Marter für Finks Seele: Er
ist fehl am Platz und in sich gefangen. Nach zehn langen Sekunden nähert sich
der Portier, legt seinen Finger an die kaum noch hörbare, aber noch immer
tönende Klingel. Dann ist Stille. Ein Zustand, den sich Fink den Film über
ersehnt um zu schreiben, um endlich anzufangen.
Die
Klingel im Hotel ist gewissermaßen der motivische Auftakt all der
überraschenden Reaktionen von Dingen und Menschen, die Fink berührt. Überall
lauern Überraschungen und Wendungen und unkontrollierte Reaktionen - für einen
Künstler, der die Welt erfindet, um sie zu kontrollieren, ein schrecklicher
Zustand. Wenn am Ende doch noch Fantasie und die Möglichkeit eines anderen Lebens
zusammenlaufen, wünschen wir Fink sowohl einen großen Roman wie ein glückliches
Leben. Mein erster Film in Orginal mit Untertiteln, selbst in der Fremde, ist
ein bleibendes Erlebnis gewesen, stilbildend und begründete meine Coen-Brüder-Verehrung.
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