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10 HEAT
(1995)
Ach,
Michael Mann! Seine Filme sehen gut aus, verdammt gut, sie sind voller Thrill
und Spannung und obwohl mit Stars besetzt, Superstars gar, kommt nie dieses
hohle Blockbuster Gefühl auf - selbst nicht bei einem Franchise wie MIAMI VICE
(die Serie hatte er produziert). DER LETZTE MOHIKANER (1992) und ALI (2001)
fallen etwas aus der Reihe mit ihrem historisierenden Stoffen, am Besten aber
ist Mann bei Krimis. HEAT ist für mich an Eleganz, epischer Atmosphäre und
visueller Kraft das Beste, was er je gemacht hat.
Zwei
einsame Wölfe, der Bulle Vincent Hanna (Al Pacino) und der Profigangster Neil
McCauley (Robert DeNiro), verwickeln sich über zweieinhalb Stunden in einen
titanischen Ringkampf, in dem vor allem die Ähnlichkeit ihrer Charaktere
hervortritt - nur dass sie die jeweils andere Seite gewählt haben. „Du darfst dich niemals an etwas hängen, das du nicht
innerhalb von 30 Sekunden problemlos wieder vergessen kannst, wenn du merkst,
dass dir der Boden zu heiß wird." (Im
Original: „Don't get attached to anything you can't walk out on in 30
seconds flat if you feel the heat
around the corner.") sagt McCauley und so
lebt er auch - bis sich eben aus Rache und Liebe ein Mal zu spät entscheidet.
Vincent Hanna hingegen braucht vor nichts abzuhauen, aber er tut es trotzdem
und ruiniert den Film über seine vermutlich X-te Ehe. Auch er ist allein und
getrieben und Egomane. Wie eine Nahtstelle wirkt dann der Moment im Film, in
dem die beiden Titanen aufeinandertreffen: In einem Café irgendwo in der
Stadtlandschaft von L.A. 10 Sekunden, in denen sie ihr Spiegelbild sehen, ihren
Doppelgänger von der anderen Seite der natürlichen Ordnung von Gut und Böse.
Visuell fällt dieseSzene, genau wie die, in der McCauley seine Geliebte trifft
(in einer Buchhandlung, dann auch ein Café) heraus aus den blaugetönten,
menschenfeindlich wirkenden Stadtlandschaften, den leeren, gesichtslosen
Wohnungen, hinein in eine räumliche Intimität und Atmosphäre, die von der
Begegnung, nicht von der Einsamkeit lebt. zehn Sekunden, die im Grunde den
weiteren Verlauf des Films bestimmen, auch wenn das Ende bis zum Ende offen
bleibt; denn manchmal gewinnt das Gute und manchmal das Böse. Immer.
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