Das Lachen des Teufels Print
von Tiziana Zugaro   
Seiten
Das Lachen des Teufels
Doppelte Illusion: Der Teufel im Film
Das Lachen des Siegers: Mr. Nick in DR. PARNASSUS
Der Teufel lässt lachen: MEISTER UND MARGARITA
Wer zuletzt lacht: MEPHISTO

 

 

 

 

 

Wenn der Teufel lacht, zeigt er seine Verachtung gegenüber dem sinnlosen menschlichen Streben nach Glück. Er lacht über Dinge, über die zu lachen eigentlich verboten ist. Momente, in denen das Böse siegt, sind für den Teufel vor allem eins: total komisch.

mrnick4_klein.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So lacht Mr. Nick, die elegante Teufelsfigur in Terry Gilliams DAS KABINETT DES DR. PARNASSUS (2009), als dem alten Parnassus klar wird, dass er seine Tochter bereits so gut wie an den Teufel verloren hat. Und er lacht, als sich wieder mal ein Menschlein gegen die Erleuchtung und für den schnellen Rausch entscheidet, und deshalb mit Pauken und Trompeten gen Hölle fährt. Kurzum: Der Teufel lacht, weil er ein Spieler ist, der weiß, dass er meistens gewinnt. Umso mehr amüsieren ihn die verzweifelten Versuche von Parnassus, seinem Schicksal zu entrinnen. Der Teufel in Vladimir Bortkos MEISTER UND MARGARITA (2005) inszeniert in Moskau regelrechte Lachorgien, deren Spott vor allem einen Gegenstand haben: die offensichtliche Diskrepanz zwischen dem sozialistisch verordneten „neuen Menschen" und den allzumenschlichen Schwächen wie Gier und Geilheit, die auch dem „neuen Menschen" nicht auszutreiben sind. Der Schauspieler Hendrik Höfgen versucht in Istvan Szabós MEPHISTO (1981) mit und über den Teufel in Nazigestalt zu lachen. In seiner Titel gebenden Rolle spielt er auf der Theaterbühne den teuflischen Verführer, im wahren Leben ist er jedoch der Verführte, der nicht merken will, dass die Dinge schon lange nicht mehr zum Lachen sind.