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von Christian Westheide   
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R.I.P.

Zombiekomödien im Selbstversuch

Völlig genre-fremd wollte ich die Frage klären, ob Zombiekomödien mehr Ekel oder Lachen hervorrufen. In den letzten zehn Jahren sind viele solcher Filme entstanden, und auch in Romanen und Comics wird der Zombie wiederbelebt. Übertreibung, Witz und Parodie haben immer mit der Variation des Bezugspunkts zu tun. Der muss einem zumindest ansatzweise geläufig sein, damit man die Parodie erkennt und lachen kann. Obwohl ich aber bis dato noch nie einen Zombiefilm gesehen hatte, kam es mir vor, als würde ich das Genre kennen. Zum einen, weil man soviel darüber gehört hat, und zum anderen, weil der Kern des Zombiefilms auch in der Parodie noch zu finden ist: Untote wollen Lebende fressen, und die wollen das nicht.

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Zombiekomödien sind also die Variation beziehungsweise Parodie all der klassischen Zombiefilme, beginnend mit I WALKED WITH A ZOMBIE aus den 30er Jahren, dem Kult-Neubegründer NIGHT OF THE LIVING DEAD (1968) von George A. Romero und der von da an Jahr für Jahr entstehenden meist straight on video vermarkteten Zombie-Horror-Streifen aller möglicher Qualität und Herkunft. Auch die neueste Welle von Zombiefilmen wie 28 DAYS/WEEKS LATER oder der letzte Romero Film, der gerade mit dem programmatischen Titel SURVIVAL OF THE DEAD in den Kinos startete, bleiben dem Genre meist treu. Einzige, aber nicht ganz neue Variation: Die Zombies sind schnell und schlurfen nicht durch die Gegend, und sie lassen sich nicht immer durch die Zertrümmerung, Entfernung oder Durchbohrung des Kopfes stoppen. Ansonsten ist die Zombiewelt sehr stabil.

Sechs Filme habe ich aufgrund von Empfehlungen oder einfach wegen eines tollen Titels in Angriff genommen, um mich einem Selbstversuch zu unterziehen: Sind Zombiekomödien komisch oder eklig oder keins von beidem? Zur Auswahl gehörten: der leichtgängige, energetische Buddy-Zombie-Movie ZOMBIELAND (2009), der sympathische Vorstadt-Zombiefilm FIDO (2006), der Titten-Splatter-Streifen ZOMBIE STRIPPERS (2008), die tolle britische Komödie SHAUN OF THE DEAD (2004), die „Eis am Stiel" trifft „American Pie" trifft Hühner-Zombie-Musical Variante POULTRYGEIST - NIGHT OF THE CHICKEN DEAD (2006) und der Zombie-Komödien Klassiker der 80er Jahre THE RETURN OF THE LIVING DEAD (1985).

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Das vorweg: Ich hatte Mühe mit fast allen Filmen. Schnell kam Ungeduld, nicht Ekel oder Lachen auf, wenn es splatterte und spritzte. Ich verspürte auch (eine vermutlich vollkommen unangebrachte) Enttäuschung wegen der vielen dummen Dialoge und hanebüchenen Stories, die mich an die Nebensächlichkeit von Handlung und Dialog in Pornofilmen erinnerten. Richtig und öfter gelacht habe ich eigentlich nur bei dem, wie ich finde, untypischsten Film der Reihe SHAUN OF THE DEAD und dem definitiv bescheuertsten der Auswahl: ZOMBIE STRIPPERS - da allerdings einzig und allein über die Extras - der Film selbst ist vollkommener Schwachsinn.