Alter schützt vor Torheit nicht Print
von Ines Walk   
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Alter schützt vor Torheit nicht
Der notwendige Sidekick
Für nichts zu schade

 

 

 

In seiner Karriere-Hochzeit ist Robert De Niro der Gangster, der Mafiosi italo-amerikanischer Abstammung, ein harter Typ, dem selten ein Lachen übers Gesicht gleitet. Seine Rollen sind ernst, gar ernster als ernst und bringen gesellschaftliche Neurosen der Zeit auf den Punkt. Mit seinen Darstellungen vielschichtiger Gangstertypen hat er sich in der Filmwelt einen Namen gemacht. Erinnert sei an seinen Kleinganove Johnny Boy in HEXENKESSEL (1973), der ständig unter Geldmangel leidet und sich mit Gangsterposen und Frauengeschichten brüstet, um von seinen eigenen Problemen abzulenken. Die Rolle des Don Vito Corleone für das Epos DER PATE - 2. TEIL (1974) ist ihm auf den Leib geschrieben, später wird er den Typ Mafia-Boss perfektionieren in GOOD FELLAS (1989) und CASINO (1995). 

Robert De Niro verkörpert seine Gangsterbosse mit Stil, sie sind kultiviert, aber aus ihnen kann schlagartig, ohne Vorwarnung Gewalt ausbrechen.

Ab einem bestimmten Alter wird es aber auch für das starke Geschlecht der Schöpfung in Hollywood schwierig und es kommen Rollenangebote, die sich die mittlerweile gestandenen Stars in ihrer Jugend nicht einmal angeschaut hätten. Aber dann beweisen die harten Kerle, die ohne Mitleid und Gewissen viel Blut auf den Straßen der Gangster-Dramen vergossen haben, dass sie auch im komödiantischen Fach überzeugen können ... oder eben nicht.

Robert De Niro ist kein Schauspieler, der im Genre der Komödie, der leichten, erheiternden Kunst, zuhause wäre. Wenn er das Fach wechselt und mal komisch sein soll, dann wirkt er in einigen Fällen, als stände er neben sich: Er schneidet Grimassen, verzieht die Mundwinkel, verfällt mimisch und gestisch in Übertreibungen. Er stellt sich steif an, wobei die Frage auftaucht, ob er sich so anstellt oder es ist. Aber erstaunlicherweise nimmt ihm das niemand übel, weder seine Filmkollegen noch der Zuschauer. Der Hollywood-Star hat Glück bzw. ein gutes Händchen bei der Rollenauswahl. Für ihn finden sich Drehbuchautoren und Regisseure, die sich seine Rollengeschichte, seine Rollentypen genau anschaut haben und die seine komödiantischen Parts exakt auf diese abstimmen. Eigentlich nimmt sich Robert De Niro in all seinen komödiantischen Rollen selbst aufs Korn, bringt immer wieder sein eigenes, übermächtiges Image ins Spiel, ohne dass er zur Karikatur seiner selbst wird.

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