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von Frank Kallensee
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Sphinx - Marlene Dietrich
Eine Maske erzählt uns
mehr als ein Gesicht", ist bei Oscar Wilde zu lesen. Masken sind
gesichtsbildend, ließe sich das noch zuspitzen. Marlene Dietrichs lackierter
Teint, ihre steilen Wangenknochen, die auseinander driftenden Augen, der
goldene Fifty-Fifty-Schnitt ihrer Züge, die keine „Seite" hatten und nie haben
sollten, weil sie zuletzt von Klebestreifen gestrafft wurden, die mit sterilen
Nadeln in die Kopfhaut gestochen waren - ein aus solchen Accessoires präpariertes
Gesicht taugte als Illustration der Schopenhauerschen Injurie von den Frauen,
die Sphinxe ohne Rätsel seien. Tatsächlich war das Geheimnis dieses Gesichts
seine Offenheit. Es versteckte nichts und gab dadurch nichts preis. Es war
Einladung und zugleich Befehl. Ein „Stoneface", das einzig weibliche zudem, das
cineastisch zur Ikone wurde, wiewohl es selten - und in David Hemmings SCHÖNER GIGOLO, ARMER GIGOLO
(1978) gar unfreiwillig - zum Lachen war.
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