| Schlaffe 90er: Actionhelden in der Krise |
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| von Ines Walk | |||||||
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Krisen-Auslöser I - Die Frauen
In der Regel waren Frauen in den Actionfilmen immer nur Beiwerk. Sie hüteten das Haus und die Kinder, waren erotische Staffage oder gutaussehende Opfer, sie mussten gerettet werden oder sorgten mit ihrem hilflosen Gekreische für die richtige Tonspur des Films. Sie waren von der Gnade der Männer abhängig, brauchten deren Schutz und sorgende Hand. In den seltensten Fällen nahmen sie aktiv am Geschehen teil. Die männlichen Helden boten die Schulter zum Anlehnen, sorgten für die Existenz, sicherten Haus, Hof und Familie. Gerade der Actionfilm war (und ist) dafür prädestiniert, tradierte Rollen festzuschreiben. Das Action-Genre ist nicht gerade dafür bekannt, besonders feinfühlig auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren, geht es doch in der Regel darum, die äußere Handlung durch spektakuläre Szenen zu forcieren. Charakterliche Tiefenzeichnungen wirken da eher störend und sind in der Regel nicht Sinn und Zweck des Genres. Hier geht es um große Herausforderungen, die physische Aktionen der Hauptfiguren nach sich ziehen. Es wird geboxt, geschlagen, gesprungen und gelaufen, der Körper muss Höchstleistungen bestehen, muss sich beweisen.
Sandra Bullock sorgt in SPEED (1994) mit diversen Geschwindigkeitsüberstreitungen dafür, dass die Insassen eines Buses den mörderischen Wahn eines Terroristen überleben. Auch als Computerexpertin Angela Bennett überzeugt sie in DAS NETZ (1995) auf der Leinwand und kommt einer Hackergruppe auf die Spur, die sich Zugang zu wichtigen Computernetzen verschaffen will. Geena Davis legt die Hausfrauen-Masche in TÖDLICHE WEIHNACHT (1996) ab, um ihrer Vergangenheit als Serienkillerin auf die Spur zu kommen. In AKTE JANE (1997) mit Demi Moore stellt sich heraus, dass Frauen genau wie Männer das harte und brutale Ausbildungsprogramm der US Navy Seals bestehen können. Gerade dieser Film löst eine Debatte aus, da die Hauptheldin genau wie ihre männlichen US-Kollegen erzreaktionär das Militär verherrlicht.
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amela Grier