| Die Krise, die keinen interessiert |
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| von Steffen Wagner | |||||||
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(„Inner City Blues“, Marvin Gaye) Lyndon B. Johnson unterschrieb den Civil Rights Act, die umfassendste Gesetzgebung zur Gleichstellung der Rassen in der Geschichte der USA am 2. Juli 1964. Dabei schaute ihm Martin Luther King zuversichtlich über die Schulter. Spike Lees „Do the Right Thing“ kam fast auf den Tag genau 25 Jahre danach in die amerikanischen Kinos: Die Kritiker reagierten im schon Vorfeld hysterisch und sagten Aufstände in den Städten voraus. Lee bohrte mit seiner Geschichte über Rassenunruhen im New Yorker Stadtteil Bedford-Stuyvesant in einer offenen Wunde: Ein Vierteljahrhundert nach der vermeintlichen Gleichberechtigung befanden sich die Rassenbeziehungen noch immer in einer Dauerkrise und die kam besonders durch Gewalt in den Innenstädten an die Oberfläche. Diesem Krisenthema nahm sich danach nicht nur Lee an: Als bekannteste Beispiele folgten wenig später: John Singletons „Boyz in the Hood“ 1991 und „Menace II Society“ des Bruderpaares Albert und Allen Hughes im Jahr 1993. Was ist richtig?In „Do the Right Thing“ spielt Spike Lee selbst die Rolle von Mookie, der für den Italo-Amerikaner Sal (Danny Aiello) als Pizzabote arbeitet. Sals Pizzeria ist eine Institution im Viertel, seine Kunden sind fast alle schwarz oder Latinos. Das stört seinen Sohn Vito (Richard Edson) überhaupt nicht, den zweiten Sohn Pino (John Turturro) aber gewaltig. Lee beginnt seinen Film fast idyllisch: Bed Stuy ist stark stilisiert, satte Farben erinnern an die Machart von Robert Wises und Jerome Robbins' „West Side Story“. So schlimm scheint es um das Verhältnis zwischen Weißen, Schwarzen und Latinos gar nicht zu stehen. Diese vermeintliche Harmonie stellt Spike Lee im Verlauf der Films in Frage und sie ist genau das, was ihn stört. „Viele Weiße meinen, wenn Schwarze wählen und im Haus nebenan wohnen dürfen ist das Thema Rassismus erledigt. Ich aber glaube, dass Rassismus das drängendste Thema in den USA ist“, sagte er vor gut zwanzig Jahren. An dieser Meinung hat sich sicherlich nichts geändert, wenn man seine Filme seitdem betrachtet.
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Oh, makes you wanna holler