| Beseelte Häuser |
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| von Cveta Dobreva | |||||
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"In unserem Jahrhundert des Verschwindens ist das eigentliche
Thema des Kinos die Seele - ihr bietet es eine umfassende Zuflucht. Dies ist, so glaube ich, der Schlüssel zu der Sehnsucht, die es ausdrückt, und zu dem Reiz, den es für uns hat."
John Berger
Schauplätze des Melodrama
Das Melodram ist eine Gattung, in deren Zentrum die emotionale Gewalt von großen Gefühlen steht. Im klassischen Sinne ist es unpolitisch, eskapistisch, emotional: "Man weint". Und so durchleben die Zuschauer im Kino den Schmerz über gesellschaftliche, soziale und persönliche Ungerechtigkeiten, die der sehnsuchtsvollen Erfüllung von Liebe im Wege stehen. Nach dem Ende des Films gehen sie relativ erleichtert zurück auf die Straße, ins eigene, hoffentlich weit weniger schmerzvolle Leben.
Die Drehorte von Melodramen sind meistens Häuser und Räume in ihnen: Küchen, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Treppenhäuser - alles Familiensymbole, deren Ordnung in der klassischen Hollywood-Periode die Frauen bestimmen. Das Haus ist deswegen so wichtig, weil es Emotionalität und Sicherheit bietet, so dass die weiblichen Protagonisten einen Vertrauten in ihm finden. Das Haus ist immer anwesend, selbst wenn die "große Liebe" abwesend oder unerreichbar ist. Ist das Haus dann nicht vielleicht bestimmend für den weiblichen Charakter des Melodrams überhaupt? Könnte das Haus eine Widerspiegelung der Protagonistinnen darstellen und überhaupt als weiblicher Gegenstand in der Gesellschaft wahrgenommen werden? |
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