| Freudenhäuser |
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| von Elvi Plitt | ||||||
Page 1 of 4 Phantasien über Freudenhäuser– Das Bordell
Das Wort Bordell bedeutet laut Duden eigentlich „Bretterhüttchen“ und es umschreibt die Räumlichkeiten, die denen Prostituierte ihrem sexuellen Gewerbe nachgehen. Das Bordell ist zumeist Frauenzimmer im klassischen Sinne, denn von wenigen Ausnahmen abgesehen sind es Frauen, die dort Männern ihre Dienstleistungen anbieten. In dieser Einrichtung verbinden sich die verschiedenen Grundfunktionen eines Hauses perfekt. Die Räume des Bordells bieten einerseits Schutz vor den neugierigen Blicken der Außenwelt und erlauben es den „Kunden“ andererseits, in der vorgegaukelten Privatheit des räumlichen Abgetrenntseins so manche moralische Grenze zu überschreiten. Eine Welt, die nach außen im Alltagsleben kaum in Erscheinung tritt und deren Bewohnerinnen und Besucher normalerweise im Verborgenen bleiben.
Diese Existenz im Halbschatten erregte natürlich schon immer das Interesse der Außenstehenden und weckte die Neugierde darauf, was sich hinter den Kulissen dieser Häuser wirklich verbergen mochte. Es ist daher kein Wunder, dass Freudenhäuser stets auch Filmemacher beflügelt haben und dass diese Häuser als vielfältige Projektionsfläche für zumeist männliche Phantasien auf der Leinwand in Erscheinung getreten sind. Neben drastischen Schilderungen der Brutalität und der Ausbeutung, die Prostitution im wirklichen Leben oft bedeuten kann, finden sich dabei auch Filme, die sich zwar explizit mit dem Bordell beschäftigen, jedoch niemals den dort ausgeübten „Akt“ als solchen zeigen, vielmehr alles im Angedeuteten und in der Schwebe belassen. In diesen Filmen treten dann statt dessen die Räumlichkeiten und die in ihnen agierenden Hauptfiguren in den Mittelpunkt, das eigentliche Geschehen dort bleibt der Phantasie des Zuschauers überlassen. Zwei Paradebeispiele solcher filmischen Phantasien über Bordelle finden sich in Luis Buñuels Belle de Jour und in Sam Garbaskis Irina Palm.
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