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von Dominik Walther
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Fantismus in "Fight Club", "Misery" und "Capote"
Mit „Sommer
vorm Balkon" und „Im Schwitzkasten" wird im deutschen
Kino wieder einmal über Arbeitslosigkeit geredet. Beide Filme
zeigen kleine Einblicke in das Leben der seit kurzem - „gottseidank"
- wieder abnehmenden arbeitslosen Unterschicht dieses Landes.
„Arbeitslosigkeit muss als Chance begriffen werden", fabuliert
der Literaturprofessor und politische Redenschreiber im
„Schwitzkasten", bevor er die Not und Angst seines
arbeitslosen aber nicht minder schwitzenden Saunanachbarn kennen
lernt und seine Meinung ändert. „Wenn es den Arbeitslosen
nicht so gut gehen würde, gäbe es weniger von ihnen"
ist eine andere seiner dumpf-dämlichen Polit-Phrasen, an die er
anfänglich sogar selbst glaubt. Dahinter steckt die weit
verbreitete Vorstellung, dass es mit Ehrgeiz, Engagement und
Durchsetzungswillen jeder schaffen kann. „Träume nicht dein
Leben - lebe deinen Traum" lautet der entsprechende
küchenphilosophische Sinn- und verbreitete Lehrspruch aus
Selbsthilfeseminaren, der in Zeiten verschärfter
Hartz-IV-Verarmung nur zynisch wirkt. „Du kannst es schaffen! Jeder
kann es schaffen! Man muss nur wollen! Verwirkliche dich selbst!"
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