| Hell Gate |
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| von Andreas Tai | ||||||
Page 1 of 4 Erst vor kurzem zeigte der Film "Capote", wie Truman Capote die Freundschaft eines zum Tode Verurteilten ausnutzte, um sein Werk "In Cold Blood" zu vollenden (siehe auch Artikel "Ich will-Es Muss"). Das Kunst skrupellos macht, das besagt auch die Legende um Michael Cimino und seinem Film "Heaven's Gate". Im Gegensatz zu Capote opferte Cimino für die Realisierung von "Heaven's Gate" keine Menschen, dafür aber nach weitläufiger Meinung das Unternehmen United Artists, eine altehrwürdige Institution der Filmgeschichte. Ob wirklich der Fanatismus eines einzelnen Filmregisseurs United Artists zu Fall brachte, dem soll im folgenden nachgegangen werden.[1] United Artists - Die GeschichteUnited Artists wurde 1919 von den Stummfilmstars Charlie Chaplin, Mary Pickford, D.W. Griffith und Douglas Fairbanks gegründet. Das Unternehmen bot seit seiner Gründung vielen Regisseuren eine künstlerische Freiheit, die von den großen Filmstudios wie Metro Goldwyn Meyer (MGM) oder Warner Brothers unbekannt war. United Artists finanzierte u.a. die James Bond Serie, Francis Ford Coppolass "Apocalypse Now", Martin Scorsesess "Raging Bull" und Woddy Allens "Manhattan". United Artists unterschied sich von MGM oder Warner Brothers dadurch, dass es keine Produktionsfirma war und keine eigenen Studios hatte. United Artists war ein reiner Filmvertrieb, der Filme finanzierte. Wie bei einem Pferderennen setzte United Artists sein Geld auf eine gute Filmidee und erwarb sich damit die Vertriebsrechte. Wenn die Rahmenbedingungen stimmten, Regisseur, Drehbuch und Darsteller überzeugten, gab es grünes Licht. Danach hielt sich United Artists aus dem künstlerischen Bereich heraus und redete dem Regisseur nicht groß hinein. Ohne Zweifel war dieser Laissez-fair Stil für die Regisseure ein Vorteil. Aber hatte United Artists dadurch auch noch genug Macht, bei einem Projekt den Stecker zu ziehen, falls dieses außer Kontrolle geraten sollte? Michael CiminoDie Zusammenarbeit mit Michael Cimino stellte dies auf die Probe. Als der Name Cimino in den oberen Etagen von United Artists fiel, wusste man zunächst nicht viel damit anzufangen. Nur ein Film von Cimino war bislang in den Kinos zu sehen gewesen: "Thunderbold and Lightfoot" (1974) mit Clint Eastwood und Jeff Bridges. Interessanter war aber ein Film, der noch nicht in den Kinos angelaufen war: "The Deer Hunter". Nachdem die "Heads of Production" David Field und Steven Bach das Vietnam Drama in einer geheimen Privatvorführung gesehen hatten, waren sie sich einig: der Film war ein heißer Anwärter auf die nächsten Oscars. Sie wollten daher den nächsten Deal mit dem Wunderknaben Cimino machen. Beim ersten Treffen mit United Artists reichte Cimino ein sehr ambitioniertes Drehbuch ein. Es war ein Western über den Johnson Country War, eine Auseinandersetzung aus den Gründungszeiten der USA, in der Viehbarone Killer angeheuert hatten, um sich gegen die nach Westen strömenden Immigranten zu wehren. Der Film sollte mit Kris Kirstoferson, Christoper Walken und Jane Fonda besetzt werden. Obwohl die Blütezeit des Western vorbei war, waren sich Geschäftsleitung, Vertrieb und Produktionsabteilung von United Artists einig und der Deal wurde gemacht. Mit "The Johnson Country War", der Film, der später als "Heaven's Gate" in die Kinos kam, sollte Cimino ein neues Meisterwerk drehen. [1] Als Quelle zu diesem Artikel diente in erster Linie das Buch von Steven Bach " Final Cut - Art, Money, and Ego in the Making of Heaven's Gate, the film that sank United Artists ", New York 1999. |
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