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Wolken ziehen vorüber
Auch in "Wolken ziehen vorüber" (1996) geht es um Arbeitslosigkeit in Helsinki. Diesmal trifft es zuerst den Straßenbahnschaffner Lauri, der wegen Einsparungsmaßnahmen der Bahn seinen Job verliert. Wenn Lauris Chef die gesamte Belegschaft antreten lässt, um dann durch das Ziehen von Spielkarten zu ermitteln, wer gehen muss, ist dies an Sarkasmus wohl kaum noch zu übertreffen. Auch Lauris Frau Ilona wird entlassen, denn das Lokal, in dem sie als Oberkellnerin gearbeitet hat, wird geschlossen und an eine Fast-Food-Kette verkauft.
Das Paar erlebt nun in rasanter Geschwindigkeit den sozialen Abstieg in all seinen Facetten: Arbeitsamt, dubiose Zeitarbeitsvermittler, Pfändung der Wohnungseinrichtung, Schwarzarbeit, Alkohol und Depressionen. Kaurismäki zeigt in "Wolken ziehen vorüber" eindrücklich, welche Spuren Arbeitslosigkeit und die damit einher gehende schleichende Verelendung auch in den privaten Beziehungen hinterläßt. Die Beziehung von Lauri und Ilona droht an dieser Krise fast zu zerbrechen. Beiden gelingt es nach dem Verlust des Arbeitsplatzes nur sehr mühsam, ihr Selbstbewußtsein aufrecht zu erhalten. Wie immer bei Kaurismäki lassen sich die Helden aber trotz sinnloser Vorstellungsgespräche, überheblicher Bankangestellter, korrupter Arbeitsvermittler, kläglicher Misserfolge im Spielkasino und handfester Beziehungskrisen nicht unterkriegen. Obwohl sich Niederlage an Niederlage reiht, bewahren sie sich ihren unerschütterlichen Optimismus, dass es schon irgendwie weitergehen wird. Und tatsächlich hält das Schicksal zu guter Letzt noch eine glückliche Wendung bereit. Ilona bekommt einen Kredit ihrer früheren Chefin und wagt gemeinsam mit Lauri mit einem eigenen Lokal den Schritt in die Existenzgründung.
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