| Unwetter |
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| von Dominik Walther | |
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Wetterfilme sind vor allem eines: ein Fest für die Spezialeffekt-Leute, so auch im „TDAT“. Sie fahren ihr ganzes Arsenal an tricktechnischen Rüstungsgütern auf: Regen, Schnee, Stürme, Wirbelstürme, Sturmfluten, Hagel, Eisregen, Blitzvereisungen... ein Filmfest digitaler Spezialeffekte. In „TDAT“ kommt das Unwetter für die Protagonisten des Films wie in den meisten Katastrophenfilmen als Überraschung, der Film bezieht seine Spannung aber aus der Tatsache, dass wir Zuschauer natürlich längst wissen, was passieren wird, während die Helden unwissend in und durch die Katastrophe stolpern. Gleichzeitig markiert das eine Besonderheit an „TDAT“. Denn hier ist die Wetterkatastrophe kein unvorhersehbares, außergewöhnliches und unberechenbares Schicksal,das über die Menschen hereinbricht, sondern die Katastrophe ist von Menschen selbst gemacht. Der Film beginnt deshalb auch mit der eindringlichen Warnung auf einer Klimakonferenz, die Klimaveränderung endlich ernst zu nehmen. Da aber die Veränderung in gänzlicher unbekannter Geschwindigkeit und unvorstellbarer Heftigkeit hereinbricht, folgt „TDAT“ doch wieder nur der altbekannten Dramaturgie: das Unwetter bricht über unvorbereitete Menschen hinein - auch wenn sie selbst Schuld daran sind -, die Katastrophe bringt ihre besten oder schlimmsten Eigenschaften hervor. Wie immer (Hey, it´s Hollywod!) muss dabei trotz widrigster Umstände ein Sohn zurückgewonnen, ein Freund oder eine Freundin gefunden, eine Frau überzeugt werden. Das Unwetter wird zur Prüfung für die Protagonisten, in der sie bestehen oder untergehen, um zu besseren (oder toten) Menschen zu werden. Das Unwetter im Film - und hier lässt sich von „Der Sturm“ bis zu „Hard Rain“, von „The Day After Tomorrow“ bis „Twister“ eine fast endlose Filmreihe aufzählen - ist ein Prüfstein, eine übermächtige, göttliche Katastrophe, in welcher die Protagonisten alle Kräfte mobilisieren müssen, um wie Noah die Sintflut zu überleben,. Jedes Unwetter fordert Opfer, das ist im Leben wie im Film, nur kann man es im Kino mit einer großen Tüte Popcorn in der Hand gefahrlos genießen. Denn das Kino ist heute ein vollklimatisierter und dunkler Raum, in dem man das Wetter von draußen schnell vergisst. |